Superkalifragilistisch |
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Advent am Broadway: die erfolgreiche Premiere der Weihnachtsgala des Jugend-Musical-Projekts Weihnachtseinkäufe können äußerst stressig sein. Aber wenn man sich dazu noch in einer Metropole wie New York befindet, macht das die Sache sicherlich nicht einfacher. Das stellten am Donnerstagabend auch Oliver von Fürich und Anja Rees fest, die bei der „Jump“-Weihnachtsgala in der ausverkauften Brenzturnhalle in Königsbronn ein Ehepaar in New York mimten. Als wäre es nicht schon genug gewesen, dass sich die beiden ständig in den Haaren lagen, landeten sie auch noch vollbepackt mit Einkaufstüten auf dem Broadway und konnten sich bei der Fülle von Musical-Shows nicht entscheiden, welche sie sich zuerst anschauen sollten. Doch bevor darüber ein weiterer Beziehungskrach entstehen konnte, stimmte der „Jump“-Chor „One“ aus dem Musical „A Chorus Line“ an. Und welche körperlichen Eigenschaften wirklich wichtig sind, um Musical-Star zu werden, besang Julia Schwarz mit viel Körpereinsatz und einem unwiderstehlichen Augenaufschlag in „Dance: Ten Looks: Three“. Zwar bewiesen alle Darsteller gleichermaßen, dass sie ihren Text perfekt beherrschten, aber den größten Zungenbrecher hatten ohne Zweifel Bianka Linowski und Philipp Kohler mit „Supercalifragilistisch“ aus „Mary Poppins“ zu bewältigen. Doch trotz des recht schnellen Tempos des Liedes und einer bewegungsreichen Choreographie ließen sich die beiden nicht von diesem sprachlichen Stolperstein beirren. Während bei den meisten Songs auf zusätzliche schauspielerischen Einlagen im Hintergrund verzichtet wurde und dies den Darstellungen auch keinen Abbruch tat, waren Spielereien des Chors mit Stofftieren bei „Lion King“ unnötig und wirkten zudem albern. Teresa Dietzel und Oliver von Für ich ließen es dafür mit dem Gute-Laune-Lied „Hakuna Matata“ so richtig krachen in der vollbesetzten Brenzturnhalle. Gefühlvoll ging es nach der Pause mit Tarzans „Two Worlds“ und Ausschnitten aus „Die Schöne und das Biest“ weiter. Sowohl Philipp Kohler als Tarzan wie auch Theresa Odipo und Michael Traa überzeugten mit beeindruckendem Gesang. Musikalisch begleitet wurden übrigens alle Sänger und der Chor von Thessa Weyrich (Klavier), Patrick S. Müller (Bass) und Andi Pfeiffer (Schlagzeug). Für Aufmerksamkeit und Gelächter im Publikum sorgte natürlich weiterhin das ständig diskutierende Ehepaar mit seinen mehr oder weniger unterhaltsamen Streitereien. Aber die beiden lieferten auch interessante Informationen zu den einzelnen Stücken. Zudem verrieten sie, dass es auch im Sommer 2007 ein Musical von „Jump“ auf Schloss Hellenstein geben wird. Bei der Fülle der gezeigten Musical-Ausschnitte durften natürlich Lieder aus „Mamma Mia“ und „Wicked“ nicht fehlen. Vor allem Julia Schwarz bewies dabei erneut ihr gesangliches Talent und die Fähigkeit, problemlos in verschiedene Rollen zu schlüpfen. Aber auch die tollen Leistungen der anderen Solisten und des Chors wurden mit viel Applaus bedacht. Die bekanntermaßen bunten Reklameschilder am Broadway in New York setzte die „Jump“-Gruppe einfach aber wirkungsvoll mit selbstgemalten Plakaten und einer Lichtshow um. Doch die weihnachtliche Atmosphäre blieb auf der nüchtern in schwarz gehaltenen Bühne leider ein wenig auf der Strecke. Dafür waren die Wände der Halle liebevoll dekoriert, und auf einer Videoleinwand konnte das Publikum einen visuellen Spaziergang durch ein weihnachtliches New York und die verschiedenen Aufführungen der Broadway-Musicals machen. Am Ende war sich nicht nur das Publikum sicher, dass sich der musikalisch weihnachtliche Ausflug in die Welt der Musicals gelohnt hatte. Auch die beiden Streithähne zeigten sich ausnahmsweise beide sehr zufrieden mit ihrem Tag am Broadway. Stefanie Lehnert |