| „Piraten sind meist männlich, unser Ensemble ist aber eigentlich überwiegend weiblich“: Holger Kaufmann, der dynamische Vorsitzende von JuMP, sieht das natürlich weniger als Problem denn als „Herausforderung“. Fünfmal wird heuer (hoffentlich) im Rittersaal von Hellenstein das Musical „Die Schatzinsel“ aufgeführt.
Kaufmann schwärmt vom „Piraten-Hype“ nach dem Filmerfolg „Fluch der Karibik“ – das soll dem Heidenheimer Jugendmusical-Projekt helfen, viele Zuschauer zu finden für das Musical, das sich am Roman „Treasure Island“ von Robert Louis Stevenson orientiert.
Das Musical hat rund 15 Songs, die aber nicht superschwierig zu realisieren sind; Kaufmann sieht den Schwerpunkt eher auf dem „schauspielerischen Bereich“ gelegt. Das passe gut zu '06, wo mit dem „Kleinen Horrorladen“ der Gesang dominierte – konsequenterweise könnte das '08 der Tanz tun.
„Unsere älteren, erfahrenen Akteure haben Heidenheim fast alle verlassen; wir arbeiten jetzt mit fast lauter jungen Leuten“, meint Kaufmann – darauf habe man die Stückwahl auch abgestimmt.
Die Regie führt der erfahrene Oliver von Fürich; für den musikalischen Part konnte der Profi Markus Munzer-Dorn gewonnen werden (vom Ulmer Theater, von woher er vier Kollegen für die JuMP-Band mitbringt). Für die Choreografie zeichnet die Heidenheimerin Anita Schwarz verantwortlich, gelernte Tanzlehrerin und Mutter der erfahrenen Hauptdarstellerin Julia Schwarz. Als weitere Solisten wirken mit Kathrin Sowik, Marc Jahraus, Dennis Berndt, Andreas Ocker und Philipp Lang.
Das Bühnenbild wird derzeit in Bolheim gebaut; es muss in den Rittersaal passen wie in den Ausweichort Konzerthaus, der für alle Aufführungen außer der Premiere zur Verfügung steht. „Wir wollen raus, wenn irgend möglich“, versichert Kaufmann; das „Openair-Feeling im Rittersaal“ sei halt nicht zu toppen. Werde die Premiere am 4. August total verregnet, stehe ein zweiter möglicher Premierentermin vier Tage später zur Verfügung. Und für die Aufführungen am 9./10./11./12. August ist das Konzerthaus reserviert.
Im Rittersaal steht ein 15 Meter hoher ehemaliger Maibaum, aus dem sich ein prächtiger Schiffsmast machen lässt.
JuMP gibt es seit 1996: im letzten Jahr übernahm Kaufmann die Leitung des Vereins. Er plant auch schon für nächstes bzw. übernächstes Jahr – dann könnte womöglich sogar eine Kooperation mit zwei etablierten lokalen Partnern zu einem Ereignis „Rock meets Classics“ führen – Kaufmann denkt da an Siggi Schwarz und die Junge Philharmonie.
|