Vorhang auf! |
Eine ganze Menge Mut bewiesen die jungen Laiendarsteller von JuMP bei „Here we come“. HNP war bereits bei Generalprobe Vorhang auf! Flott, frech, witzig, wunderschön: Das alles ist die JuMP-Frühlingsgala „Here we come“. Ein hartes Stück Arbeit haben die 30 Jugendlichen und ihr Regisseur Sebastian C. Maier da geleistet. Wie die Generalprobe zeigte, haben sich die intensiven Probenarbeiten seit sechs Wochen ausgezahlt. Am heutigen Samstag (12. April, 19.30 Uhr) und Sonntag (13. April, 16 Uhr) kommt das Ensemble in den Heidenheimer Lokschuppen; gestern war Premier in der Königsbronner Brenzhalle. „Okay, das machen wir einfach noch einmal - genau von der Stelle“: Nora Scheunert, Julia Mayer und Leoni Neumaier drehen sich im Kreis, schauen mit großen Augen und nehmen ihren ganzen Ernst zusammen. „Mit mehr Schwung!“ ruft Sebastian C. Maier laut aus dem Zuschauerraum. Bei der Frühlingsgala von JuMP unter dem Motto „Here we come“ führt der Konstanzer Regie. Er legt die Schrittfolgen fest, kritisiert unsaubere Töne und bespricht mit den Darstellern jeden einzelnen Aufzug. Bis zum Auftritt gibt es noch ein paar Kleinigkeiten zu klären: Licht muss perfekt eingestellt sein und darf auf keinen Fall zu spät kommen, Musik muss zu den Bewegungsabläufen auf Bühnenmaße abgestimmt werden. Keine leichte Aufgabe bei 30 Jugendlichen im Alter von 14 bis 22 Jahren und ein paar Metern Platz. Die peppigen Songs wie „Hot Patootie oder „All that Jazz“ haben originelle Texte, die oft in beeindruckender Gesangsleistung von den Solisten vorgetragen werden. Auch Lovesongs wie „Can't help lovin' that man“ oder „Over the rainbow“ dürfen nicht fehlen. Die Projektleitung hat Stefan Herzog, den Titel „Regieassistenz“ trägt Katja Junginger, die musikalische Leitung übernimmt Yvonne Zein aus Dettingen. Mitgebracht hat Zein Katja Sievers am Saxophon sowie Andi Pfeifer am Schlagzeug. Ob es die Organisation von Sponsoren, die Gestaltung von Plakaten und Programmheft und das Entwerfen der Kostüme ist - die Teamarbeit steht ersichtlich im Vordergrund. Auch die phantasievollen Choreographien gehören dazu. Dabei zeigt sich, dass die Tanzeinlagen nicht einfach nur begleitende Funktion haben, sondern wirkliche Affekte zeigen können. Handlung gab es keine - aber vielleicht muss es auch gar keine geben. Die Erarbeitung einer so komplexen Gala, wie es hier zur Aufführung kommt, erfordere Disziplin, Leistungswillen, Beharrlichkeit sowie Bereitschaft und Fähigkeit zur Kooperation, so Holger Kaufmann (1. Vorsitzende). Schon im Februar wurden die Sänger gezielt nach einem „Vorsingen“ ausgewählt. Nach einiger Zeit Probe wurde plötzlich Nervosität greifbar: Die Solistin Bianka Würdinger stolperte ungeschickt über eine Stange hinter der Bühne - unmittelbar vor der Premiere. Maier beschloss, das Ende des zweiten Teils vorzuziehen. Die jungen Sänger probten auf der Bühne weiter, während die Verletzte hinter der Bühne versuchte, ihren Fuß mit Eis zu kühlen. Nach all der Aufregung doch noch ein gutes Ende: „Es geht wieder“ hieß es von hinten. Abschließend konnte dann die „Applaus-Ordnung“ geprobt werden. Dass sich die Schüler dazu bereit erklärten, in ihrer Freizeit (jeden Samstag) stundenlang freiwillig zu üben, ist schon erstaunlich. JuMP zeigte bei der Generalprobe eine gelungene, frische Aufführung. Allerdings müsste der eine oder andere noch einmal den Text der Songs anschauen, um die Souffleuse nicht zu oft zu beschäftigen. Annika Behounek |