09.08.2008 Heidenheimer Zeitung: Amor und ein Profi-Regisseur |
Heidenheim: Viel Beifall für schwungvoll inszenierte „Footloose”-Premiere im Rittersaal Frei und unbeschwert, zweiter Teil: Das Musical „Footloose“ feierte Premiere im Rittersaal des Schlosses Hellenstein in Heidenheim. War das Ensemble von „Jump“ bereits am Brenzursprung in Königsbronn eifrig beklatscht worden, so war der Beifall im Schloss gar noch größer. Kein Wunder, hat doch der Rittersaal einiges zu bieten, was der Inszenierung noch mehr Schwung verleiht. Nicht nur, dass die Atmosphäre dort unvergleichlich ist, auch die erhöhten Sitzreihen machen die Aufführung an jedem Platz zu einem Genuss. Hier kann denn auch das Spiel mit Lichteffekten seine volle Pracht entfalten. Zum wunderbaren Blickfang wird die Liebesszene auf der Brücke, die eben im Rittersaal kurzerhand in eine der Fensterausbuchtungen verlegt wird. Hier kommt das wunderbare Duett „Almost Paradise“ hervorragend zur Geltung, und für Gänsehaut sorgte in der lauen Nacht denn auch mehr der Gesang als die Temperaturen. Dass die Akteure bereits zwei Aufführungen vor Publikum hinter sich haben, hat ihnen sichtlich gut getan: Spiel, Gesang und Tanz sind ganz offensichtlich sicherer und der Spaß daran scheint sich ebenfalls gesteigert zu haben – es ist äußerst vergnüglich, der flotten Inszenierung zuzusehen und sich von der schmissigen Musik mitreißen zu lassen. Dass für die Regie ein solcher Profi wie Sebastian C. Maier gewonnen werden konnte, daran ist übrigens Amor schuld: Maiers Lebenspartnerin lebt nämlich hier in der Gegend, in Illertissen („ja gut, ich denke ein wenig globaler“, schmunzelt Maier). Und nachdem ihn Amors Wege in hiesige Gefilde führten, kam der Kontakt zu „Jump“ zustande. Für ihn, den Profi, der nach Engagements in Berlin, Lübeck, Wiesbaden und Ulm nun in Konstanz tätig ist, ist die Arbeit mit Laien etwas Ungewohntes, das er sehr genossen hat: „Zwischendrin tut es richtig gut, einmal Laien mit ihrer Herangehensweise zu erleben.“ Ganz besonders aber hat er das Schloss-Ambiente genossen: „Ein Open Air zu inszenieren, ist immer etwas Besonderes“, findet er, „aber solch eine Örtlichkeit wie den Rittersaal, das findet man nicht alle Tage.“ So wird ihm die sechsmonatige Arbeit in Heidenheim, der Stadt,die er bewusst erstmals im Zuge der Landesgartenschau wahrgenommen hat, in ganz besonderer Erinnerung bleiben. Ob es eine Wiederholung geben wird? „We will see“, (man wird sehen) lächelt Maier – nicht immer passt schließlich eine solch zeitintensive Sache in seinen prall gefüllten Terminkalender. Der zeigt übrigens als nächstes Projekt wieder Musikalisches an: In Konstanz wird Sebastian C. Maier die Oper „Mozart und Salieri“ inszenieren. Den Erfolg des Musicals „Footloose“ mit seiner pfiffigen Insze- nierung jedenfalls darf er sich gut und gerne auf seine Fahnen schreiben. „Footloose“ wird noch heute und morgen Abend, jeweils ab 20.30 Uhr im Rittersaal gezeigt. Karten gibt’s im Ticketshop des Pressehauses Heidenheim. Bei schlechtem Wetter wird „Footloose“ im Konzerthaus Heidenheim aufgeführt. Wettertelefon: 07321.756385. Marita Kasischke |