09.08.2008 Schwäbische Post: Mit dem Kopf durch die Wand

Das Musical,,Footloose" in der Fassung des Jugend-Musical-Projekts "JuMP" im Rittersaal Schloss Hellenstein

Immer diese Jugend:Wenn sie sich was in den Kopf setzt, muss sie auch mit diesem durch die Wand. In Bomont funktioniert das einmal mehr: Die Kids setzen sich gegen die konservativen Alten durch - und dürfen endlich tanzen. Das Musical "Footloose" in der Fassung des Jugend-Musical-Projekts "JuMP" wird noch an diesem Wochenende im Rittersaal auf Schloss Heilenstein aufgeführt.

Ren McCormack (Mare Jahraus)kann es kaum fassen: Mit seiner Mutter Ethel Uenny Jahraus) zieht er aus der Großstadt Chicago ins trübe Kaff Bomont und trifft auf eine Einöde, in der er die Auswahl zwischen langeweile und .•Burger Blast"hat. Er will die Gleichaltrigen zum Tanzen animieren, die aber reagieren entsetzt: Das ist in Bomont verboten, von allerhöchster Stelle, von Reverend Shaw Moore (Andreas Ocker) nämlich. Dummerweise hat der Geistliche auch noch eine reizende Tochter namens Ariel (Julia Mayer), die rasch zwischen Ren und dem groben Herumtreiber Chuck (Philipp Kohler), ihrem bisherigen Freund, schwankt. Die Konflikte sind also programmiert, zumal Ren einfach nie die Klappe halten kann und sich gegen alles auflehnt, was seiner Meinung nach seine Freiheit einschränkt. Und das ist in Bomont eine ganze Menge. Einen Freund findet Ren zunächst nur im etwas simplen, aber gutherzigen Willard (Dennis Berndt).

Zwar war "Footloose" in der "JuMP"-Fassung zuvor schon zwei Mal in Königsbronn aufgeführt worden. Dennoch kam am vergangenen Mittwoch im Rittersaal auf ScWoss Hellenstein noch einmal Premierenstimmung auf, als das Ensemble nach der rund zweistündigen und sehr kurzweiligen Aufführung erschöpft, aber lächelnd noch einmal vor das Publikum trat. Zuvor hatten die Besucher eine sicher agierende Spielerschar erlebt, die sich auch von kleineren technischen Problemen nicht aus der Fassung bringen ließ.

Besonderen Applaus verdiente sich Mare Jahraus, der mit beeindruckender Energie nicht nur sang und tanzte, sondern mit Julia Mayer auch enorme Klettertouren in der Kulisse zu bewältigen hatte. Auch das vielleicht schönste Gesangsduett des Abends, "Almost Paradise", konnten die beiden für sich verbuchen. Dennis Berndt spielte die Rolle des trampeligen Willard ebenfalls sehr überzeugend und sympathisch, während Andreas Ocker als zwischen seinen GefiiWenzerrissener Reverend ernste Akzente setzen konnte.

Hübsch anzuschauen waren zudem die von Wieland Still choreographierten Tanzszenen, die von der absolut sicher spielenden Band unter der Leitung von Stephanie Martin getragen wurden. Unter der Regie von Sebastian C. Maier ist es dem sehr jungen Ensemble (ein Großteil stieß erst vor wenigen Monaten zu "JuMP") gelungen, eine weitere Visitenkarte abwgeben,die auf weitere Projekte neugierig macht.

"Footloose" wird im Rittersaal auf Schloss Hellenstein in Heidenheim noch heute und morgen, jeweils um 20.30 Uhr aufgeführt.

Jens Eber