21.06.2006 "Musicaltruppe startet frisch durch "

JuMP, also der Heidenheimer Verein „Jugend-Musical-Projekt“, fängt nach elf Jahren „bei Null“ an – im „Kleinen Horrorladen“

„Wir haben unsere Show wasserfest gemacht“: Holger Kaufmann, seit März Vorsitzender von JuMP, meint das doppelsinnig: Erstens hat der Verein jetzt, personell und künstlerisch und finanziell, „bei Null“ angefangen. Und zweitens gibt es bei dem „Kleinen Horrorladen“ keinen Ausweichspielort mehr.

Das heißt: Gespielt wird fünfmal im Rittersaal von Hellenstein – und nur dort. Die Waldorfschule ist Kaufmann „schlicht zu teuer“; das eingesparte Geld steckt er lieber in die Produktion: in die aktuelle oder die nächste.
„Neuanfang“ also beim Jugend-Musical-Projekt Heidenheim: Der vollzieht sich auf vielen Ebenen. Nach dem Rückzug von Gisela Tolnai, die immerhin vier Jahre lang an der Spitze  des rührigen Vereins stand, habe er,  erzählt Kaufmann, es „einfach nicht glauben“ wollen, dass JuMP aufhören könne zu existieren. Er habe seine Bereitschaft, aktiv einzusteigen, abhängig gemacht von der Zusage des JuMP-Begründers Rüdiger Benz, sich wieder zu engagieren. Was für den nicht einfach ist, arbeitet er doch längst (übrigens ziemlich erfolgreich) in der Branche, in die er mit JuMP vor elf Jahren ehrenamtlich eingestiegen ist.
Derzeit ist Benz Abendspielleiter bei „König Ludwig“ in Füssen; ist bei diesem erfolgreichen Musical also verantwortlich für alles mögliche. Da ist Abwesenheit während der Woche nicht möglich. Aber Sonntags und Montags gibt es keine Vorführungen dort im pompösen Musicalhaus, und dann . . .
Kaufmann selbst hat sich `97 erstmals bei JuMP engagiert, war Keyboarder bei „Joseph“.
Und damals, erinnert er sich, sei das ja noch so eine richtige Schülerproduktion gewesen – Jahr für Jahr sei man „professioneller“ geworden. Doch wie das so ist bei jungen Leuten: Tragende Säulen der Produktion haben Heidenheim verlassen, z.B. zum Studium. „Das Ensemble fängt jetzt wieder fast bei Null an“, meint Kaufmann; die meisten Musical-Akteure stünden das erste Mal auf der Bühne. Ausnahmen: Julia Schwarz und, ein alter Theaterhase in Heidenheim, Oliver von Fürich. Der spielt den schon etwas älteren Blumenladenbesitzer im „Kleinen Horrorladen“, bei dem sich manche Interessierte ein falsches Bild vom Inhalt machten, berichtet der neue Pressesprecher des Vereins, der 21jährige Martin Junginger: „Das ist keine wirkliche Horrorgeschichte, sondern sehr sehr lustig“. Zumal die blutfressende Pflanze von Kindern gespielt werde . . .
Zum Neuanfang, den Kaufmann versucht, gehört auch eine Sponsorenschaft (unter anderem Kreissparkasse, Pressehaus, Stadt Heidenheim) – und vor allem ein neues leitendes Team: Stellvertreter Kaufmanns ist Michael Traa, der auch mitspielt (und demnächst an der Ulmer Akademie für Darstellende Kunst studieren möchte). Anja Rees, auch länger schon bei JuMP, verwaltet die Kasse. Dann hat sich Kaufmann, gemäß seiner Idee einer Produktion von „von Jugendlichen für Jugendliche“ , noch drei „Assistenten“ zur Seite gestellt: Neben besagtem Martin Junginger noch Bianca Linowski und Philipp Kohler, die „langfristig auch den Verein weiterführen sollen“.
Um zu Beginn niemand zu überstrapazieren, hat man drei Teams gebildet: Auf und um die Bühne herum versammeln sich, zu den zwanzig Rollenträgern noch zwanzig weitere Aktivisten. Dazu kommt eine Tanzgruppe, die von Ute Kopp gestellt und geleitet wird – und dazu ein insgesamt zehnköpfiges „Orga-Team“.

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